Der Matratzenbezug ist die Schicht, die jede Nacht am meisten abbekommt: Schweiss, Hautschuppen, Hautfett, Kosmetikreste und Staub sammeln sich dort, obwohl ein Spannbettlaken dazwischenliegt. Ein Erwachsener verliert pro Nacht durchschnittlich 0,3 bis 0,5 Liter Flüssigkeit, im Sommer deutlich mehr – und ein Teil davon landet trotz Laken im Bezug. Trotzdem wird der Matratzenbezug in vielen Haushalten nie oder nur alle paar Jahre gewaschen, oft aus Unsicherheit: Darf der überhaupt in die Maschine? Bei wie viel Grad? Und was passiert, wenn er danach nicht mehr passt? Genau diese Fragen klärt dieser Ratgeber. Sie erfahren, welche Bezugsmaterialien es gibt, wie Sie das Pflegeetikett richtig lesen, welche Temperatur für Allergiker nötig ist und mit welchen Handgriffen Sie das gefürchtete Einlaufen vermeiden.
Die kurze Antwort: Die meisten abnehmbaren Matratzenbezüge lassen sich bei 40 oder 60 °C im Schonwaschgang waschen – massgeblich ist immer das eingenähte Pflegeetikett, nicht die Faustregel. Für normale Haushalte reichen zwei bis drei Wäschen pro Jahr, Allergiker und stark schwitzende Menschen waschen alle drei Monate bei 60 °C. Verwenden Sie ein mildes Flüssigwaschmittel ohne Weichspüler und Bleiche, schleudern Sie mit maximal 600 bis 800 Umdrehungen und lassen Sie den Bezug an der Luft trocknen. Ziehen Sie ihn leicht feucht wieder auf, dann passt er sich beim Trocknen exakt an die Matratze an.
- Immer zuerst das Pflegeetikett prüfen – 40 °C und 60 °C sind die häufigsten Angaben, manche Bezüge vertragen 95 °C.
- Richtwert: 2–3× jährlich, bei Allergien, starkem Schwitzen oder Haustieren im Bett alle 3 Monate.
- 60 °C sind nötig, um Hausstaubmilben zuverlässig abzutöten – 40 °C reinigen, töten aber nicht ab.
- Kein Weichspüler: Er verklebt Klimafasern und reduziert die Feuchtigkeitsaufnahme spürbar.
- Nicht in den Trockner, ausser das Etikett erlaubt es – sonst läuft der Bezug ein und passt nicht mehr.
Welche Bezugsmaterialien es gibt und wie sie sich unterscheiden
Nicht jeder Matratzenbezug ist gleich gebaut. Der klassische Doppeltuch-Bezug aus Polyester-Baumwoll-Mischung ist robust, günstig und meist bei 60 °C waschbar. Tencel- oder Lyocell-Bezüge bestehen aus Zellulosefasern aus Holz, fühlen sich kühl an und transportieren Feuchtigkeit besonders gut – sie vertragen meist 40 °C, manchmal 60 °C. Klimafaser- oder 3D-Mesh-Bezüge haben eine offene Abstandsstruktur für die Belüftung; sie sind empfindlich gegen hohe Temperaturen und Weichspüler, weil die Fasern verkleben können. Bezüge mit Silberionen oder Aloe-Vera-Ausrüstung verlieren ihre Funktionsschicht bei zu heissem Waschen. Und medizinische Encasing-Bezüge für Hausstauballergiker sind bewusst so konstruiert, dass sie 60 oder sogar 95 °C aushalten, weil sie regelmässig heiss gewaschen werden müssen. Ein Detail, das viele übersehen: Manche Bezüge sind mit einer dünnen Wattierung gesteppt. Diese Steppschicht braucht deutlich länger zum Trocknen als ein glatter Bezug – planen Sie dafür 24 statt 8 Stunden ein. Mehr zum Thema Schutzschichten lesen Sie im Beitrag Matratzenschoner und Encasing.

Die richtige Waschtemperatur – Tabelle zum Nachschlagen
Die Temperaturfrage ist wichtiger, als sie klingt: 40 °C reinigen zwar von Schweiss und Hautfett, töten Hausstaubmilben aber nicht ab – sie überleben den Waschgang und die feuchte Wäsche. Erst ab etwa 60 °C sterben Milben und ein Grossteil ihrer Allergene wird ausgespült. Wer bei 40 °C waschen muss, weil das Material es verlangt, kann ein spezielles Anti-Milben-Waschmittel einsetzen oder den Bezug vorher 12 Stunden in den Gefrierschrank legen.
| Material | Typische Temperatur | Schleudern | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Doppeltuch Polyester/Baumwolle | 60 °C | bis 800 U/min | robust, meist milbendicht waschbar |
| Tencel / Lyocell | 40–60 °C | bis 600 U/min | kühlend, neigt zu Knitterfalten |
| Klimafaser / 3D-Mesh | 30–40 °C | bis 600 U/min | nie Weichspüler, Struktur verklebt |
| Bezug mit Funktionsausrüstung | 30–40 °C | bis 600 U/min | Wirkstoffe lösen sich bei Hitze |
| Encasing für Allergiker | 60–95 °C | bis 1000 U/min | bewusst kochfest konstruiert |
Wie oft sollte der Matratzenbezug gewaschen werden?
Für einen normalen Haushalt ohne Allergien reichen zwei bis drei Wäschen pro Jahr – etwa beim Frühjahrsputz, nach dem Sommer und vor der Heizsaison. Wer stark schwitzt, in einem warmen Schlafzimmer schläft oder unter nächtlichem Schwitzen leidet, sollte den Rhythmus auf alle drei Monate verkürzen. Für Hausstauballergiker ist ein Quartalsrhythmus bei 60 °C der Standard, den auch allergologische Fachgesellschaften empfehlen. Bei Kindern, die noch gelegentlich einnässen, sowie nach Krankheitsphasen mit Fieber oder Magen-Darm-Infekt sollten Sie sofort waschen. Wenn ein Haustier regelmässig mit im Bett liegt, verkürzt sich das Intervall ebenfalls deutlich – Tierhaare und Speichelproteine sind häufige Allergene. Wichtig zur Einordnung: Der Bezug ist nur ein Teil der Hygienekette. Das Spannbettlaken sollte alle ein bis zwei Wochen gewechselt werden, ein Matratzenschoner alle ein bis zwei Monate. Wie diese Intervalle zusammenspielen, erklärt der Beitrag Wie oft Bettwäsche wechseln.
Schritt für Schritt: Bezug abnehmen und waschen
1. Reissverschluss finden und öffnen
Die meisten Bezüge haben einen umlaufenden Reissverschluss auf drei Seiten. Öffnen Sie ihn vollständig und schlagen Sie den Bezug wie ein Buch auf, statt ihn über die Ecken zu zerren. Bei geteilten Bezügen mit zwei Hälften merken Sie sich, welche Seite oben lag – viele Modelle haben eine Sommer- und eine Winterseite.
2. Vorbehandeln statt schrubben
Flecken behandeln Sie punktuell mit Gallseife oder einem enzymhaltigen Fleckenmittel und lassen es 15 Minuten einwirken. Reiben Sie nicht kräftig, das treibt den Fleck tiefer in die Fasern. Bei Blut gilt: ausschliesslich kaltes Wasser, warmes lässt das Eiweiss gerinnen und fixiert den Fleck.
3. Richtig beladen
Ein Bezug für 160×200 cm füllt eine 7-kg-Maschine bereits gut aus. Überladen führt dazu, dass die Wäsche nicht mehr richtig bewegt wird und Waschmittelreste im Gewebe bleiben. Bei grossen Bezügen ab 180×200 cm ist eine 8-kg-Maschine oder der Waschsalon die bessere Wahl.
4. Waschen und schleudern
Flüssigwaschmittel dosieren Sie eher knapp – Pulver mit Bleichanteil kann Funktionsfasern angreifen. Schonwaschgang, maximal 600 bis 800 Umdrehungen. Zu starkes Schleudern zieht die Nähte und verzieht gesteppte Bezüge dauerhaft.
5. Trocknen und feucht aufziehen
Hängen Sie den Bezug flach über zwei Leinen oder über einen Wäscheständer, damit das Gewicht sich verteilt. Der beste Trick zum Schluss: Ziehen Sie den Bezug leicht feucht wieder auf die Matratze. Er lässt sich dann leichter über die Ecken bringen und trocknet in exakter Passform nach.

Häufige Fehler beim Waschen des Matratzenbezugs
Weichspüler verwenden. Er legt einen Film um die Fasern, der die Feuchtigkeitsaufnahme messbar verschlechtert – genau die Eigenschaft, wegen der ein guter Bezug gekauft wurde. Bei Klimafasern verkleben zusätzlich die Abstandsstrukturen. Zu heiss waschen. Ein 40-°C-Bezug bei 60 °C läuft um mehrere Zentimeter ein und passt danach nie wieder über den Kern. Das ist der häufigste irreversible Schaden. In den Trockner geben. Auch wenn der Bezug die Waschtemperatur verträgt: Trocknerhitze plus mechanische Bewegung schrumpfen das Gewebe zusätzlich. Nur machen, wenn das Etikett das Trocknersymbol ausdrücklich zeigt. Nass wieder aufziehen und Bett beziehen. Ein klamm aufgezogener Bezug auf einem Schaumkern, sofort mit Laken und Duvet bedeckt, ist eine Einladung für Schimmel. Feucht aufziehen ja – aber dann mehrere Stunden offen durchtrocknen lassen. Den Schaumkern mitwaschen. Ein Schaumkern gehört niemals in die Waschmaschine; er saugt sich voll, verliert Struktur und trocknet innen praktisch nie vollständig. Nur eine Hälfte waschen. Bei geteilten Bezügen entsteht sonst ein sichtbarer Farbunterschied.
Was tun, wenn der Bezug nicht abnehmbar ist?
Günstige Rollmatratzen und viele Federkernmodelle haben fest vernähte Bezüge. Dann bleibt nur die Oberflächenreinigung: Absaugen mit dem Polsteraufsatz bei mittlerer Saugkraft, Flecken punktuell mit wenig Feuchtigkeit und Gallseife behandeln, anschliessend mit einem sauberen, nur leicht angefeuchteten Tuch nacharbeiten und gründlich trocknen lassen. Danach sollte die Matratze mindestens sechs Stunden bei offenem Fenster durchlüften. In diesem Fall ist ein waschbarer Matratzenschoner Pflicht – er übernimmt die Funktion des Bezugs und wandert alle vier bis acht Wochen in die Maschine. Ausführliche Anleitungen zur Fleckenbehandlung finden Sie unter Flecken aus der Matratze entfernen und zur Grundreinigung unter Matratze reinigen. Wer beim nächsten Kauf Wert auf Hygiene legt, sollte einen abnehmbaren Bezug zur Grundbedingung machen – er verlängert die nutzbare Lebensdauer der Matratze spürbar, wie der Beitrag Lebensdauer einer Matratze zeigt.
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Häufige Fragen zum Matratzenbezug waschen
Bei wie viel Grad soll ich den Matratzenbezug waschen?
Massgeblich ist das Pflegeetikett. Üblich sind 40 oder 60 Grad im Schonwaschgang. Für Allergiker sind 60 Grad wichtig, weil erst diese Temperatur Hausstaubmilben zuverlässig abtötet. Waschen Sie niemals heisser als angegeben, sonst läuft der Bezug ein und passt nicht mehr über den Kern.
Wie oft sollte man den Matratzenbezug waschen?
Zwei- bis dreimal pro Jahr reicht in einem normalen Haushalt. Wer stark schwitzt, unter Hausstauballergie leidet oder ein Haustier im Bett hat, sollte alle drei Monate waschen. Nach fiebrigen Infekten oder einem Malheur waschen Sie sofort.
Darf der Matratzenbezug in den Trockner?
Nur wenn das Pflegeetikett das Trocknersymbol ausdrücklich zeigt. Die Kombination aus Hitze und mechanischer Bewegung lässt die meisten Bezüge zusätzlich schrumpfen. Sicherer ist Lufttrocknen flach über zwei Leinen und das leicht feuchte Wiederaufziehen auf die Matratze.
Warum passt der Bezug nach dem Waschen nicht mehr?
In den meisten Fällen wurde zu heiss gewaschen oder getrocknet, wodurch das Gewebe eingelaufen ist. Manchmal ist der Bezug aber nur verzogen und wirkt zu klein. Ziehen Sie ihn leicht feucht auf, dehnen Sie ihn dabei gleichmässig über die Ecken und lassen Sie ihn auf der Matratze trocknen – häufig passt er danach wieder.
Kann ich den Schaumkern der Matratze auch waschen?
Nein. Ein Schaumkern gehört niemals in die Waschmaschine. Er saugt sich mit Wasser voll, verliert an Struktur und trocknet im Inneren über Wochen nicht richtig durch, was Schimmelbildung begünstigt. Reinigen Sie den Kern nur oberflächlich und sehr sparsam mit Feuchtigkeit.
Was tun, wenn der Bezug nicht abnehmbar ist?
Dann bleiben Absaugen mit dem Polsteraufsatz, punktuelle Fleckenbehandlung mit wenig Feuchtigkeit und gründliches Lüften. Verwenden Sie in diesem Fall unbedingt einen waschbaren Matratzenschoner, den Sie alle vier bis acht Wochen bei 60 Grad waschen – er übernimmt dann die Schutzfunktion des Bezugs.










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