Bettgestell

Ideale Betthöhe: Wie hoch sollte das Bett sein?

Seitenansicht eines Bettes auf bequemer Sitzhöhe

Die Betthöhe ist eines der Masse, an das beim Kauf am wenigsten gedacht wird – und eines derjenigen, die im Alltag am stärksten auffallen. Ein zu niedriges Bett zwingt Sie jeden Morgen in eine tiefe Kniebeuge; ein zu hohes lässt die Füsse beim Sitzen in der Luft hängen und macht das Beziehen zur Kletterübung. Weil die Höhe sich aus drei Komponenten zusammensetzt – Rahmen, Lattenrost, Matratze – stimmt sie am Ende oft nicht mit dem überein, was im Katalog stand. Und weil sich der Körper über Jahre verändert, ist die richtige Höhe mit 30 eine andere als mit 70. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre persönliche Idealhöhe in zwei Minuten ermitteln, welche Werte für wen gelten und wie Sie ein bestehendes Bett unkompliziert höher oder niedriger bekommen.

Die kurze Antwort: Die ideale Betthöhe entspricht Ihrer Sitzhöhe: Wenn Sie auf der Bettkante sitzen, sollten die Fusssohlen flach auf dem Boden stehen und Knie sowie Hüfte etwa einen 90-Grad-Winkel bilden. Für die meisten Erwachsenen ergibt das 45 bis 55 cm bis zur Matratzenoberkante. Wer grösser als 185 cm ist, fährt oft mit 55 bis 65 cm besser; Senioren und Menschen mit Knie- oder Hüftbeschwerden bevorzugen die obere Hälfte dieses Bereichs. Wichtig: Gemessen wird immer bis zur Oberkante der Matratze im belasteten Zustand, nicht bis zum Rahmen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Standardbereich: 45–55 cm bis Matratzenoberkante – gemessen wird das Gesamtpaket, nicht der Rahmen.
  • Testkriterium: Auf der Kante sitzend stehen die Füsse flach am Boden, Knie und Hüfte etwa 90 Grad.
  • Comfortbetten für Senioren liegen bei 55–65 cm, Kinderbetten bei 25–40 cm.
  • Matratze und Lattenrost machen zusammen 25–35 cm aus – der Rahmen ist meist der kleinere Teil.
  • Zu niedrig lässt sich mit Bettfüssen oder Erhöhern korrigieren, zu hoch meist nur über eine flachere Matratze.

Wie Sie Ihre persönliche Idealhöhe ermitteln

Der einfachste und zuverlässigste Test dauert zwei Minuten. Setzen Sie sich auf einen Stuhl, dessen Sitzhöhe Sie als angenehm empfinden – typischerweise ein Esszimmerstuhl mit 45 bis 48 cm. Stellen Sie die Füsse flach auf den Boden. Ihre Unterschenkel sollten senkrecht stehen, Knie und Hüfte jeweils etwa einen rechten Winkel bilden, die Oberschenkel etwa waagrecht liegen. Messen Sie jetzt den Abstand vom Boden bis zur Sitzfläche. Dieser Wert ist Ihre ideale Betthöhe bis zur Matratzenoberkante. Als Faustformel funktioniert auch die Kniekehlenhöhe: Messen Sie im Stehen vom Boden bis zur Kniekehle und rechnen Sie 2 bis 4 cm dazu, weil die Matratze unter Ihrem Gewicht einsinkt. Ein wichtiger Punkt zur Genauigkeit: Messen Sie im Sitzen mit belasteter Matratze, nicht an der unbelasteten Kante. Bei einem weichen Schaumkern liegen zwischen beiden Werten schnell 3 bis 5 cm. Und wenn Sie zu zweit schlafen und deutlich unterschiedlich gross sind, orientieren Sie sich an der Person, die mehr Schwierigkeiten beim Aufstehen hat – sie profitiert stärker vom Kompromiss.

Seitenansicht eines Bettes auf bequemer Sitzhöhe
Der Test ist simpel: Sitzen die Füsse flach am Boden und die Knie bei etwa 90 Grad, stimmt die Höhe.

Richtwerte nach Lebenssituation

Die folgende Tabelle fasst die üblichen Bereiche zusammen. Sie sind Orientierung, nicht Gesetz – der Sitztest schlägt jede Tabelle.

Personengruppe Empfohlene Höhe Begründung
Kleinkinder (2–6 Jahre) 25–35 cm geringe Fallhöhe, selbständiges Ein- und Aussteigen
Kinder und Jugendliche 35–45 cm wächst mit, Sitzhöhe beachten
Erwachsene bis 175 cm 45–50 cm Standardbereich, entspricht Stuhlsitzhöhe
Erwachsene 175–185 cm 50–55 cm längere Unterschenkel
Erwachsene über 185 cm 55–65 cm sonst zu tiefe Sitzposition
Senioren, Knie-/Hüftbeschwerden 55–65 cm (Comfortbett) weniger Kraftaufwand beim Aufstehen

Bei Betten für ältere Menschen hat sich der Begriff Comfort- oder Seniorenbett etabliert; gemeint ist schlicht eine Einstiegshöhe ab etwa 55 cm. Weitere Aspekte dazu finden Sie unter Schlaf im Alter.

Woraus sich die Gesamthöhe zusammensetzt

Der häufigste Planungsfehler: Man liest die Rahmenhöhe im Katalog und denkt, das sei die Betthöhe. Tatsächlich setzt sie sich aus drei Teilen zusammen. Der Rahmen – also die Konstruktion bis zur Auflagefläche für den Lattenrost – liegt üblicherweise bei 15 bis 35 cm. Der Lattenrost baut je nach Typ unterschiedlich hoch: ein einfacher Rollrost 3 bis 5 cm, ein Federleistenrahmen 6 bis 8 cm, ein Motorrahmen 8 bis 12 cm. Die Matratze steuert 16 bis 26 cm bei, ein Topper weitere 4 bis 8 cm. Rechnen Sie ein Beispiel: 20 cm Rahmen plus 7 cm Federleistenrahmen plus 22 cm Matratze ergeben 49 cm – genau im Zielbereich. Ersetzen Sie den Rahmen durch einen Motorrahmen mit 10 cm, sind es schon 52 cm; kommt ein 6-cm-Topper dazu, landen Sie bei 58 cm. Deshalb gilt: Planen Sie immer von oben nach unten. Legen Sie zuerst die gewünschte Gesamthöhe fest, ziehen Sie dann Matratze, Topper und Lattenrost ab – was übrig bleibt, ist die maximale Rahmenhöhe. Details zur Auswahl des Gestells finden Sie unter Das richtige Bettgestell wählen, zu Motorrahmen unter Elektrischer Lattenrost.

Was eine falsche Betthöhe im Alltag bedeutet

Ein zu niedriges Bett bedeutet, dass Sie beim Aufstehen aus einer tiefen Position hochkommen müssen. Der Kraftaufwand in Oberschenkeln und Hüftbeugern steigt deutlich, und wer knie- oder rückenempfindlich ist, spürt das jeden Morgen. Auch das Sitzen ist unangenehm: Bei zu tiefer Sitzfläche stehen die Knie höher als die Hüfte, das Becken kippt nach hinten und die Lendenwirbelsäule rundet sich – auf Dauer keine gute Haltung für das allabendliche Buch. Ein zu hohes Bett bringt andere Probleme: Die Füsse hängen beim Sitzen in der Luft, der Druck auf die Oberschenkelunterseite steigt, und das Bettenmachen wird zur Streckarbeit. Bei sehr hohen Betten über 70 cm ist zudem die Fallhöhe ein Sicherheitsthema, besonders bei Kindern, in der Schwangerschaft und bei Menschen mit Schwindelneigung. Ein oft übersehener Nebeneffekt: Die Betthöhe beeinflusst, wie leicht Sie unter dem Bett saugen können. Unter 15 cm Bodenfreiheit passt kaum ein Saugeraufsatz – was für Allergiker relevant ist, wie Allergikerfreundliches Schlafzimmer erläutert.

Schlafzimmer mit hohem Bett und Sitzbank am Fussende
Höhere Betten wirken repräsentativer und erleichtern das Aufstehen – in kleinen Räumen können sie aber wuchtig wirken.

Praxis: Bett erhöhen oder niedriger machen

Bett erhöhen

Die einfachste Lösung sind Bettfüsse zum Nachrüsten: Sie gibt es in 5 bis 20 cm Höhe für 30 bis 120 Franken, meist mit Standardgewinde M8 oder M10. Prüfen Sie vorher, ob Ihr Rahmen überhaupt schraubbare Füsse hat. Betterhöher – Kunststoff- oder Holzblöcke, in die die vorhandenen Füsse gestellt werden – kosten 20 bis 60 Franken pro Satz und bringen 5 bis 12 cm. Achten Sie auf die Traglastangabe und auf rutschfeste Unterseiten. Die dritte Option ist die Matratze oder der Topper: 4 bis 8 cm zusätzliche Höhe ohne jeden Umbau, gleichzeitig mehr Druckentlastung. Nicht empfehlenswert sind Improvisationen mit untergelegten Büchern, Ziegelsteinen oder Holzresten – sie kippen und können den Rahmen verziehen.

Bett niedriger machen

Hier sind die Optionen begrenzter. Am wirksamsten ist eine flachere Matratze: Der Wechsel von 26 auf 18 cm bringt 8 cm. Ein dünnerer Lattenrost – Rollrost statt Federleistenrahmen – spart 3 bis 5 cm, allerdings auf Kosten von Federung und Komfort. Bei manchen Betten lassen sich die Füsse kürzen oder abschrauben; prüfen Sie, ob dann noch genügend Bodenfreiheit für die Belüftung bleibt – mindestens 5 cm sollten es sein. Und schliesslich: Manche Rahmen haben mehrere Auflagepositionen für den Lattenrost. Ein Blick in die Aufbauanleitung lohnt sich, bevor Sie umbauen.

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Häufige Fragen zur Betthöhe

Wie hoch sollte ein Bett idealerweise sein?

Für die meisten Erwachsenen liegt die ideale Betthöhe bei 45 bis 55 Zentimetern bis zur Matratzenoberkante. Der beste Test: Auf der Bettkante sitzend sollten die Fussohlen flach auf dem Boden stehen und Knie sowie Hüfte etwa einen rechten Winkel bilden.

Wird die Betthöhe mit oder ohne Matratze gemessen?

Immer mit Matratze, denn nur die Oberkante der Liegefläche ist im Alltag relevant. Messen Sie idealerweise im belasteten Zustand, also während Sie auf der Kante sitzen – zwischen belastet und unbelastet liegen bei weichen Kernen schnell 3 bis 5 Zentimeter.

Welche Betthöhe ist für Senioren geeignet?

Empfohlen werden 55 bis 65 Zentimeter, oft als Comfort- oder Seniorenbett bezeichnet. In dieser Höhe ist der Kraftaufwand beim Aufstehen deutlich geringer, weil man sich nicht aus einer tiefen Position hochdrücken muss. Bei Knie- oder Hüftbeschwerden gilt dasselbe unabhängig vom Alter.

Wie kann ich ein zu niedriges Bett erhöhen?

Am einfachsten mit nachrüstbaren Bettfüssen mit Standardgewinde, mit Betterhöhern aus Holz oder Kunststoff oder mit einem Topper, der 4 bis 8 Zentimeter bringt. Von improvisierten Lösungen mit Büchern oder Ziegelsteinen ist abzuraten – sie kippen leicht und können den Rahmen verziehen.

Wie viel Höhe machen Lattenrost und Matratze aus?

Ein Rollrost baut 3 bis 5 Zentimeter, ein Federleistenrahmen 6 bis 8, ein Motorrahmen 8 bis 12 Zentimeter. Die Matratze bringt 16 bis 26 Zentimeter mit, ein Topper weitere 4 bis 8. Zusammen sind das oft 25 bis 35 Zentimeter – der Rahmen ist meist der kleinere Anteil.

Was ist die richtige Betthöhe für Kinder?

Bei Kleinkindern zwischen zwei und sechs Jahren sind 25 bis 35 Zentimeter sinnvoll, damit sie selbstständig ein- und aussteigen können und die Fallhöhe gering bleibt. Bei älteren Kindern und Jugendlichen orientieren Sie sich mit 35 bis 45 Zentimetern an der jeweiligen Sitzhöhe.

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