200x220

Matratze in Überlänge: Welche Grösse ab 190 cm Körpergrösse?

Längsansicht einer besonders langen Matratze im Eichenbett

Wer über 1,85 Meter gross ist, kennt das Problem: Die Füsse ragen über die Matratzenkante, oder man schläft unbewusst leicht angewinkelt, um innerhalb der Liegefläche zu bleiben. Beides ist auf Dauer keine gute Lösung – die harte Kante drückt auf die Achillessehne, und eine dauerhaft angezogene Beinhaltung verspannt Hüftbeuger und unteren Rücken. Das Standardmass von 200 cm Länge stammt aus einer Zeit, in der die Durchschnittsgrösse deutlich niedriger lag; in der Schweiz sind Männer heute im Mittel rund 178 cm gross, viele deutlich über 190. Überlängen sind deshalb kein Nischenprodukt mehr, sondern eine sinnvolle Standardlösung für einen relevanten Teil der Bevölkerung. Dieser Ratgeber zeigt, welche Länge Sie wirklich brauchen, welche Masse verfügbar sind und welche Folgeentscheidungen bei Bett, Lattenrost und Bettwäsche dranhängen.

Die kurze Antwort: Die Matratze sollte mindestens 20 cm länger sein als Ihre Körpergrösse. Ab 185 cm Körpergrösse ist eine Überlänge von 210 cm sinnvoll, ab 195 cm eher 220 cm. Gängige Überlängenmasse sind 90×210, 100×210, 140×210, 160×210, 180×210 sowie 180×220 und 200×220 cm. Rechnen Sie bei einer Sonderlänge mit 20 bis 50 Prozent Aufpreis und deutlich längeren Lieferzeiten. Wichtig: Bettgestell, Lattenrost, Spannbettlaken und Duvet müssen ebenfalls in Überlänge beschafft werden – planen Sie das Budget von Anfang an dafür ein.

Das Wichtigste in Kürze
  • Faustregel: Körpergrösse plus mindestens 20 cm – besser 25 cm für Bauch- und Rückenschläfer.
  • Verbreitete Überlängen: 210 cm und 220 cm; 200×220 ist das grosse Doppelbettmass.
  • Aufpreis 20–50 Prozent, Lieferzeit oft 3–6 Wochen statt weniger Tage.
  • Bettgestell, Lattenrost, Spannbettlaken und Duvet müssen mitwachsen – Folgekosten einplanen.
  • Alternative bei knappem Budget: 200 cm Matratze plus ein flaches Fussteil ohne überstehende Kante.

Wie viel Länge Sie wirklich brauchen

Die verbreitete Regel lautet Körpergrösse plus 20 Zentimeter. Diese Reserve ist kein Luxus, sondern hat konkrete Gründe: Sie liegen selten schnürgerade, das Kissen nimmt am Kopfende 8 bis 15 cm ein, und in Rückenlage strecken sich die Füsse nach oben, was zusätzlichen Platz braucht. Wer überwiegend auf dem Bauch schläft, sollte eher 25 cm rechnen, weil die Füsse dann flach über die Kante ragen. Ein Rechenbeispiel: Bei 192 cm Körpergrösse ergibt die Faustregel 212 cm – die passende Wahl ist also 220 cm, nicht 210. Bei 186 cm reichen 210 cm bequem. Machen Sie den Test an Ihrer aktuellen Matratze: Legen Sie sich in die entspannte Schlafposition und lassen Sie jemanden den Abstand von Ihrem Scheitel zur Matratzenoberkante und von den Fersen zur Unterkante messen. Bleiben unten weniger als 5 cm, ist die Matratze zu kurz. Beachten Sie auch: Wenn Sie zu zweit schlafen und nur eine Person gross ist, braucht trotzdem die ganze Liegefläche die Überlänge. Eine Übersicht der Standardmasse in der Schweiz finden Sie unter Matratzengrössen in der Schweiz.

Längsansicht einer besonders langen Matratze im Eichenbett
20 Zentimeter Reserve klingen viel – sie gehen für Kissen, Streckbewegung und Positionswechsel drauf.

Die verfügbaren Überlängenmasse

Mass (cm) Geeignet bis Körpergrösse Typische Nutzung
90×210 / 100×210 ca. 190 cm Einzelbett, Jugendzimmer, Gästezimmer
140×210 ca. 190 cm Französisches Bett für eine Person
160×210 / 180×210 ca. 190 cm Doppelbett, meist als zwei Einzelmatratzen
90×220 / 100×220 ca. 200 cm Einzelbett für sehr grosse Personen
180×220 / 200×220 ca. 200 cm grosses Doppelbett, oft zwei Kerne 90/100×220

Beachten Sie: 200×220 wird meist aus zwei Matratzen zu 100×220 gebildet. Das hat den Vorteil, dass beide Personen unabhängig wählen und die Matratzen einzeln gedreht werden können – mehr dazu unter Matratze für Paare und Matratze 180x200.

Bettgestell, Lattenrost und Raumplanung

Die Matratze ist nur der Anfang. Ein Bettgestell in Überlänge ist im Standardhandel selten und häufig eine Sonderanfertigung; Schreinerarbeiten kosten in der Schweiz je nach Ausführung 1500 bis 4000 Franken. Günstiger sind Systembetten mit variablen Zargenlängen oder Modelle skandinavischer Anbieter, die 210 cm serienmässig führen. Der Lattenrost muss ebenfalls passen – hier ist die Auswahl besser, viele Hersteller bieten 210 und 220 cm als Standardvariante an. Planen Sie ausserdem den Raum: Ein Bett mit 220 cm Liegefläche plus Kopf- und Fussteil belegt schnell 235 bis 245 cm Wandlänge. In Schweizer Altbauzimmern mit 2,6 m Wandlänge wird das eng. Messen Sie zusätzlich die Zugänglichkeit: Passt die Matratze durch Treppenhaus, Türen und Kurven? Eine 220 cm lange Matratze lässt sich bei Schaummodellen zwar gerollt liefern, muss aber am Zielort in voller Länge ausgelegt werden können. Und rechnen Sie 60 bis 80 cm Bewegungsfreiheit an mindestens einer Längsseite ein – Hinweise dazu gibt Das richtige Bettgestell wählen.

Bettwäsche und Zubehör in Überlänge

Der Punkt, der beim Kauf am häufigsten vergessen wird. Ein Spannbettlaken für 100×200 passt nicht auf 100×220 – es reisst an den Ecken oder rutscht ab. Achten Sie beim Kauf auf die angegebene Steghöhe: Bei einer 22 cm hohen Matratze plus 6 cm Topper brauchen Sie ein Laken mit mindestens 30 cm Steg. Beim Duvet gilt: In der Schweiz sind 160×210 und 200×210 die verbreiteten Grossformate; für sehr grosse Menschen sind 200×220 sinnvoll, damit die Füsse nachts nicht freiliegen. Bettbezüge in diesen Massen führen nicht alle Anbieter – prüfen Sie die Verfügbarkeit, bevor Sie das Duvet bestellen. Ein Matratzenschoner oder Encasing in Überlänge ist ebenfalls nicht überall Standard; wenn Sie Allergiker sind, klären Sie das vorab. Rechnen Sie für die Erstausstattung mit Bettwäsche in Überlänge realistisch 200 bis 400 Franken mehr als bei Standardmassen. Eine Übersicht der Schweizer Duvetmasse liefert Bettdecke für Sommer und Winter, zur Laken-Auswahl hilft Das richtige Spannbettlaken.

Grosszügiges Schlafzimmer mit überlangem Bett
Ein 220-cm-Bett braucht Raum: Rechnen Sie mit 235 bis 245 Zentimetern Wandlänge inklusive Kopf- und Fussteil.

Häufige Fehler beim Kauf einer Überlänge

Nur die Matratze bestellen. Ohne passenden Lattenrost liegt die Matratze am Fussende auf der Zarge auf oder hängt durch – genau dort entstehen dann Kuhlen. Die Zugänglichkeit nicht prüfen. Federkern- und Latexmatratzen lassen sich nicht rollen; ein 220-cm-Modell durch ein enges Treppenhaus zu bekommen, ist ein echtes Problem. Die Rückgabefrist verstreichen lassen. Sonderanfertigungen sind vom Rückgaberecht häufig ausgeschlossen – lesen Sie die Bedingungen, bevor Sie bestellen, und bevorzugen Sie Anbieter, die Überlängen als reguläres Sortiment führen. Zu knapp kalkulieren. Wer bei 193 cm Körpergrösse zu 210 cm greift, spart 200 Franken und ärgert sich zehn Jahre lang. Die Breite vergessen. Grosse Menschen haben meist auch breitere Schultern; 90 cm Breite ist für eine Person ab 190 cm Körpergrösse oft zu schmal, 100 cm die bessere Wahl. Das Kopfteil ignorieren. Ein hohes Polsterkopfteil kann 10 bis 15 cm der Liegefläche effektiv verkleinern, wenn das Kissen dagegenstösst.

Alternativen, wenn Überlänge nicht möglich ist

Nicht in jeder Wohnung lässt sich ein 220-cm-Bett unterbringen. Wenn der Raum die Grenze setzt, gibt es pragmatische Zwischenlösungen. Ein Bett ohne Fussteil lässt die Füsse notfalls über die Kante ragen, ohne dass eine harte Leiste drückt – in Kombination mit einer 200-cm-Matratze ist das für Menschen bis etwa 190 cm oft ausreichend. Eine Verlängerungsauflage – ein 20 cm breites Schaumstück in gleicher Höhe am Fussende – ist eine Behelfslösung, die allerdings eine spürbare Fuge hinterlässt und nur bei ruhigen Schläfern funktioniert. Ein diagonal gestelltes Bett in einem Eckbereich gewinnt gelegentlich die fehlenden Zentimeter, kostet aber viel Raum. Und schliesslich: Manche Menschen kommen mit 200 cm gut zurecht, weil sie in Seitenlage mit leicht angezogenen Beinen schlafen – in diesem Fall ist die Breite wichtiger als die Länge. Bevor Sie in eine teure Sonderanfertigung investieren, testen Sie Ihre tatsächliche Schlafhaltung über ein paar Nächte und messen Sie nach. Eine gute Probeschlafphase hilft dabei ungemein, wie Matratze probeschlafen zeigt.

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Grosse Menschen brauchen keine Sondermatratze – nur mehr Länge Ein verbreiteter Irrtum ist, dass grosse oder schwere Personen einen besonders festen Härtegrad bräuchten. Der adaptive EvoPoreHRC-Premium-Memory-Schaum der Ora Ultra Matratze passt sich automatisch an Körper und Schlafposition an – unabhängig von Statur und Gewicht. Deshalb wählen Sie bei uns keinen Härtegrad aus: Es gibt eine Matratze für alle. Entscheidend ist bei grossen Menschen allein das richtige Mass. 200 Nächte Probeschlafen und 10 Jahre Garantie geben Ihnen Zeit, in Ruhe herauszufinden, ob Länge und Liegegefühl stimmen.

Häufige Fragen zu Matratzen in Überlänge

Ab welcher Körpergrösse brauche ich eine Matratze in Überlänge?

Als Faustregel sollte die Matratze mindestens 20 Zentimeter länger sein als Sie. Ab etwa 185 Zentimetern Körpergrösse ist eine Überlänge von 210 Zentimetern sinnvoll, ab 195 Zentimetern eher 220 Zentimeter. Bauchschläfer sollten 25 Zentimeter Reserve einplanen.

Welche Überlängenmasse gibt es?

Verbreitet sind 90x210, 100x210, 140x210, 160x210 und 180x210 Zentimeter sowie in der längeren Variante 90x220, 100x220, 180x220 und 200x220 Zentimeter. Grosse Doppelbetten werden meist aus zwei Einzelmatratzen gebildet, etwa zweimal 100x220 für ein 200x220-Bett.

Was kostet eine Matratze in Überlänge?

Rechnen Sie mit einem Aufpreis von 20 bis 50 Prozent gegenüber dem Standardmass. Dazu kommen Folgekosten für Lattenrost, Bettgestell und Bettwäsche in Überlänge, die zusammen schnell mehrere hundert Franken ausmachen. Planen Sie das Budget von Anfang an vollständig.

Passt normale Bettwäsche auf eine Überlänge?

Nein. Ein Spannbettlaken für 200 Zentimeter Länge reisst an den Ecken oder rutscht ab. Achten Sie zusätzlich auf die Steghöhe: Bei einer 22 Zentimeter hohen Matratze plus Topper brauchen Sie mindestens 30 Zentimeter Steg. Auch das Duvet sollte auf 210 oder 220 Zentimeter Länge ausgelegt sein.

Brauche ich als grosse Person eine festere Matratze?

Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist, dass sich die Matratze an Ihren Körper anpasst und die Wirbelsäule gerade hält – nicht ein bestimmter Härtegrad, der ohnehin nicht genormt ist. Wichtiger als die Härte sind bei grossen Menschen die richtige Länge und eine ausreichende Breite von mindestens 100 Zentimetern.

Was tun, wenn kein Platz für eine Überlänge ist?

Ein Bett ohne Fussteil erlaubt es, die Füsse ohne drückende Kante überstehen zu lassen. Auch eine grössere Breite kann helfen, wenn Sie in Seitenlage mit leicht angezogenen Beinen schlafen. Verlängerungsauflagen am Fussende sind eine Behelfslösung, hinterlassen aber eine spürbare Fuge.

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