Melatonin gilt als das Schlafhormon schlechthin – und ist als Nahrungsergänzung in aller Munde. Dabei wird oft vergessen: Unser Körper produziert Melatonin selbst, jede Nacht, kostenlos. Die Zirbeldrüse im Gehirn schüttet es aus, sobald es dunkel wird, und macht uns müde. Das Problem: Unser moderner Alltag mit Bildschirmen, Kunstlicht und spätem Essen sabotiert diese Produktion systematisch. Die gute Nachricht: Wer Melatonin natürlich fördern will, kann mit einfachen Gewohnheiten viel erreichen.
Die kurze Antwort: Die körpereigene Melatoninproduktion steigern Sie am wirksamsten über Licht-Management: viel helles Tageslicht am Morgen, gedämpftes warmes Licht und Bildschirmpause am Abend, dazu ein dunkles, kühles Schlafzimmer. Unterstützend wirken regelmässige Schlafenszeiten, tryptophanreiche Lebensmittel wie Nüsse und Milchprodukte sowie der Verzicht auf späten Alkohol und Koffein. Tabletten sind für gesunde Schläfer meist unnötig.
- Melatonin wird bei Dunkelheit ausgeschüttet – Licht am Abend ist der grösste natürliche Gegenspieler.
- Helles Tageslicht am Morgen stellt die innere Uhr und verbessert die Melatoninproduktion am Abend.
- Tryptophanreiche Lebensmittel wie Nüsse, Haferflocken und Milchprodukte liefern den Baustoff für Melatonin.
- Ein dunkles, kühles Schlafzimmer (16–19 °C) unterstützt Ausschüttung und Schlafqualität zusätzlich.
Wie Melatonin funktioniert – in 60 Sekunden
Melatonin wird in der Zirbeldrüse aus dem «Glükshormon» Serotonin gebildet, das wiederum aus der Aminosäure Tryptophan entsteht. Gesteuert wird die Ausschüttung über das Auge: Fällt viel Licht – besonders blaues – auf die Netzhaut, wird die Produktion gebremst. Wird es dunkel, steigt der Melatoninspiegel, die Körpertemperatur sinkt, wir werden schläfrig. In der zweiten Nachthälfte fällt der Spiegel wieder ab und bereitet das Aufwachen vor. Dieses Zusammenspiel taktet unsere Schlafphasen – und es lässt sich gezielt unterstützen. Mit dem Alter nimmt die Produktion übrigens natürlicherweise ab, was Schlafprobleme im Alter mit erklärt.
9 Wege, die Melatoninproduktion natürlich zu fördern
1. Morgens raus ins Tageslicht
Klingt paradox, ist aber der wichtigste Hebel: 20–30 Minuten helles Tageslicht am Morgen – idealerweise draussen – synchronisieren die innere Uhr. Wer tagsüber viel Licht tankt, produziert abends früher und zuverlässiger Melatonin.

2. Abends das Licht dimmen
Ab etwa zwei Stunden vor dem Zubettgehen: Deckenlicht aus, warme, gedämpfte Lichtquellen an. Schon normale Zimmerbeleuchtung kann die Melatoninausschüttung messbar verzögern.
3. Bildschirme rechtzeitig weglegen
Smartphone, Tablet und Fernseher senden blaulastiges Licht direkt auf die Netzhaut – dazu kommt der aktivierende Inhalt. Ideal ist eine Bildschirmpause von 60–90 Minuten vor dem Schlafen; Nachtmodus und Blaulichtfilter sind nur die zweitbeste Lösung.
4. Regelmässige Schlafenszeiten einhalten
Die Melatoninausschüttung folgt einem Rhythmus, der Verlässlichkeit liebt. Wer immer etwa zur gleichen Zeit ins Bett geht und aufsteht – auch am Wochenende –, trainiert die innere Uhr. Mehr dazu im Ratgeber Schlafhygiene.
5. Die richtigen Lebensmittel essen
Melatonin entsteht aus Tryptophan – und einige Lebensmittel enthalten sogar direkt Melatonin:
| Lebensmittel | Wirkstoff | Praxis-Tipp |
|---|---|---|
| Baumnüsse, Mandeln, Pistazien | Melatonin und Tryptophan | Eine kleine Handvoll am Abend |
| Sauerkirschen (Montmorency) | Natürliches Melatonin | Als Saft oder getrocknet zum Nachtessen |
| Haferflocken, Vollkorn | Tryptophan plus Kohlenhydrate | Kohlenhydrate verbessern die Tryptophan-Aufnahme im Gehirn |
| Milch, Joghurt, Käse | Tryptophan | Die klassische warme Milch hat einen wahren Kern |
| Bananen | Tryptophan, Magnesium | Guter Abendsnack statt Süssigkeiten |
| Eier, Geflügel | Tryptophan | Leichtes Nachtessen, nicht zu spät und nicht zu üppig |
Wie stark Ernährung insgesamt auf die Nachtruhe wirkt, zeigt unser Beitrag zur richtigen Ernährung für besseren Schlaf.
6. Koffein und Alkohol timen
Koffein blockiert bis zu sechs Stunden lang die Müdigkeitssignale – letzter Kaffee also idealerweise am frühen Nachmittag. Alkohol macht zwar schläfrig, stört aber die Melatoninproduktion und fragmentiert die zweite Nachthälfte – ein häufiger Auslöser von Durchschlafproblemen.
7. Das Schlafzimmer wirklich dunkel machen
Schon kleine Lichtquellen – Standby-LEDs, Strassenlaternen, das Display auf dem Nachttisch – können die Melatoninausschüttung dämpfen. Verdunkelungsvorhänge oder eine Schlafmaske schaffen Abhilfe.
8. Kühl schlafen
Die abendliche Melatoninausschüttung geht mit sinkender Körpertemperatur einher – ein kühles Schlafzimmer von 16–19 °C unterstützt diesen Prozess. Welche Temperatur für wen ideal ist, lesen Sie im Beitrag zur idealen Schlaftemperatur.
9. Eine feste Abendroutine etablieren
Lesen, ein warmes Bad, ruhige Musik, Atemübungen: Wiederkehrende Rituale signalisieren dem Gehirn, dass die Nacht beginnt – und geben der Melatoninproduktion den letzten Schub. Weitere Techniken finden Sie im Ratgeber schneller einschlafen.

Und was ist mit Melatonin-Tabletten?
Melatonin-Präparate können in Einzelfällen sinnvoll sein – etwa bei Jetlag oder Schichtarbeit. Für gesunde Schläfer mit normalem Rhythmus gilt aber: Die Ursachen schlechten Schlafs liegen meist im Verhalten und in der Schlafumgebung, nicht im Hormonmangel. Eine Tablette kann helles Abendlicht, späten Kaffee oder eine durchgelegene Matratze nicht kompensieren. Sprechen Sie vor einer längerfristigen Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Apotheker – und prüfen Sie zuerst die natürlichen Hebel. Wie viel Schlaf Sie überhaupt brauchen, klärt unser Beitrag Wie viel Schlaf ist genug?
Der unterschätzte Faktor: die Schlafumgebung
Melatonin macht müde – aber durchschlafen müssen Sie selbst. Wer nachts wegen Druckstellen oder Wärmestau ständig die Position wechselt, macht sich den hormonellen Rückenwind zunichte. Neben Dunkelheit und Kühle zählt deshalb die Unterlage: Die Ora Matratze passt sich mit ihrem EvoPoreHRC Premium-Memory-Schaum automatisch an Körper und Schlafposition an – ohne das überholte, nicht genormte Härtegrad-Raster. So bleibt der Körper entspannt liegen, und das natürlich ausgeschüttete Melatonin kann seine Wirkung entfalten.
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Häufige Fragen zu natürlichem Melatonin
Wie kann ich meinen Melatoninspiegel natürlich erhöhen?
Am wirksamsten über Licht: morgens 20–30 Minuten helles Tageslicht, abends gedämpftes warmes Licht und Bildschirmpause. Dazu regelmässige Schlafenszeiten, ein dunkles, kühles Schlafzimmer und tryptophanreiche Lebensmittel wie Nüsse, Haferflocken und Milchprodukte.
Welche Lebensmittel enthalten natürliches Melatonin?
Direktes Melatonin steckt vor allem in Sauerkirschen (besonders Montmorency), Baumnüssen und Pistazien. Den Baustoff Tryptophan liefern Milchprodukte, Eier, Geflügel, Haferflocken und Bananen – idealerweise kombiniert mit etwas Kohlenhydraten.
Wie lange vor dem Schlafen sollte ich aufs Handy verzichten?
Ideal sind 60 bis 90 Minuten Bildschirmpause. Das blaulastige Licht bremst die Melatoninausschüttung, und aktivierende Inhalte halten das Gehirn zusätzlich wach. Nachtmodus-Filter mildern nur den Lichteffekt, nicht den Inhaltseffekt.
Warum produziere ich im Alter weniger Melatonin?
Die Zirbeldrüse schüttet mit zunehmendem Alter natürlicherweise weniger Melatonin aus, zudem verkalkt sie teilweise. Umso wichtiger werden die natürlichen Verstärker: viel Tageslicht, feste Routinen und eine dunkle, kühle Schlafumgebung.
Sind Melatonin-Tabletten schädlich?
Kurzfristig und niedrig dosiert gelten sie als relativ sicher, etwa bei Jetlag. Für den Dauergebrauch sind sie jedoch keine Lösung, da sie die eigentlichen Ursachen schlechten Schlafs nicht beheben. Klären Sie eine längere Einnahme ärztlich ab.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.











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