Babymatratze

Reisebett und Beistellbett fürs Baby: worauf kommt es an?

Reisebett aus Holz mit fester flacher Matratze und Spannbetttuch

Ein Reisebett ist für viele Familien das erste Bett, das nicht dauerhaft im Kinderzimmer steht – und trotzdem über Wochen genutzt wird: bei den Grosseltern, in den Ferien, im Wohnzimmer während des Mittagsschlafs. Genau deshalb lohnt es sich, es nicht als reines Notbett zu betrachten. Das Beistellbett wiederum ist die Lösung für die ersten Monate direkt neben dem Elternbett. Beide haben klare Sicherheitsanforderungen, und bei beiden ist der wichtigste Punkt derselbe: die Matratze. Zu weich, zu dick oder zu klein ist bei Säuglingen kein Komfortthema, sondern ein Sicherheitsthema. Dieser Ratgeber ordnet die Kriterien ein und zeigt, worauf Sie beim Kauf und im Alltag achten sollten.

Die kurze Antwort: Ein Reisebett braucht vor allem eine feste, flache und passgenaue Matratze – maximal 5 cm Höhe und ohne Spalt zum Rahmen. Das Standardmass liegt bei 60 × 120 cm, manche Modelle messen 70 × 100 cm. Beistellbetten werden fest am Elternbett fixiert und sind bis etwa sechs Monate oder bis das Kind sich selbst aufsetzen kann geeignet. In beiden Betten gilt: das Baby auf dem Rücken schlafen lassen, keine Kissen, keine Duvets, keine Nestchen – stattdessen ein Schlafsack. Ein Reisebett eignet sich für gelegentliche Nächte, ersetzt aber kein Dauerbett.

Das Wichtigste in Kürze
  • Standardmass Reisebett: 60 × 120 cm, alternativ 70 × 100 cm – Matratze muss exakt passen.
  • Zwischen Matratze und Rahmen darf kein Spalt über 2 cm bleiben.
  • Die Matratze muss fest sein: Der Kopf darf nicht mehr als wenige Millimeter einsinken.
  • Beistellbett bis etwa 6 Monate oder bis sich das Kind selbst aufsetzen kann.
  • Rückenlage, Schlafsack statt Duvet, keine Kissen und keine Nestchen – in jedem Bett.

Reisebett oder Beistellbett – zwei verschiedene Aufgaben

Die beiden Betten lösen unterschiedliche Probleme. Ein Beistellbett steht direkt am Elternbett, meist mit einer offenen Seite, und wird am Bettrahmen fixiert. Es ermöglicht Nähe beim Stillen und nächtlichen Beruhigen, ohne dass das Kind im Elternbett liegt. Empfohlen wird diese Konstellation für die ersten sechs Monate, weil das Kind in dieser Zeit besonders von der Nähe profitiert – aber im eigenen, sicheren Schlafraum bleibt.

Ein Reisebett ist dagegen eine mobile Lösung: faltbar, mit Textilwänden und einem Boden, der sich zusammenklappen lässt. Es geht mit in die Ferien, zu Verwandten oder ins Ferienhaus. Manche Modelle haben eine höhenverstellbare Einlage, sodass sie in den ersten Monaten als erhöhte Liegefläche und später als tiefes Bett dienen.

Beide Betten haben klare Grenzen. Das Beistellbett wird verlassen, sobald sich das Kind selbstständig aufsetzen oder hochziehen kann – dann ist die offene Seite ein Risiko. Das Reisebett ist für gelegentliche Nächte gedacht; die mitgelieferte Einlage ist meist zu dünn und zu weich für dauerhaften Gebrauch.

Die Matratze: der wichtigste Sicherheitsfaktor

Bei Säuglingen gilt eine einfache, aber unbedingte Regel: Die Schlafunterlage muss fest sein. Eine weiche Unterlage kann dazu führen, dass das Gesicht einsinkt und die Atemluft nicht ausreichend zirkuliert. Als Praxistest drücken Sie mit der flachen Hand fest in die Mitte der Matratze – sie sollte kaum nachgeben und sofort in die Ausgangsform zurückkehren. Bleibt ein Abdruck stehen, ist sie zu weich.

Ebenso wichtig ist die Passgenauigkeit. Zwischen Matratze und Rahmen darf kein Spalt entstehen, in dem sich ein Kind einklemmen könnte. Als Faustregel gilt: Wenn Sie zwei Finger nebeneinander zwischen Matratze und Wand schieben können, ist der Spalt zu gross. Kaufen Sie deshalb immer die zum Bett passende Matratze und nicht eine universelle Grösse.

Zur Höhe: 4 bis 6 cm sind bei Reisebetten üblich und ausreichend. Eine dickere Matratze reduziert den Abstand zur Oberkante der Seitenwände und erhöht damit das Risiko, dass sich ein älteres Kind hinausbeugt. Details zu Materialien und Prüfsiegeln lesen Sie unter Babymatratze und Sicherheit.

Reisebett aus Holz mit fester flacher Matratze und Spannbetttuch
Fest, flach, passgenau – mehr braucht eine sichere Babymatratze nicht.

Masse, Aufbau und was zusammenpasst

Bett Übliche Masse Matratzenhöhe Geeignet bis
Beistellbett 50 × 90 cm oder 55 × 90 cm 3–5 cm ca. 6 Monate / selbständiges Aufsetzen
Reisebett Standard 60 × 120 cm 4–6 cm ca. 3 Jahre / 15 kg (Herstellerangabe beachten)
Reisebett kompakt 70 × 100 cm 4–6 cm ca. 2–3 Jahre
Gitterbett zu Hause 60 × 120 cm oder 70 × 140 cm 8–12 cm ca. 3 Jahre

Beachten Sie, dass die Angaben zur Belastbarkeit von Hersteller zu Hersteller variieren. Massgeblich ist immer die Bedienungsanleitung des konkreten Modells – nicht eine allgemeine Faustregel.

Sicherer Schlaf: die unverhandelbaren Punkte

Unabhängig davon, in welchem Bett Ihr Kind schläft, gelten dieselben Grundregeln, die von Kinderärztinnen und Kinderärzten einheitlich empfohlen werden. Erstens: Rückenlage zum Schlafen. Zweitens: keine Kissen, keine Duvets, keine Nestchen und keine Kuscheltiere im Bett – stattdessen ein passender Schlafsack, der weder über den Kopf rutschen noch die Beine einengen kann. Drittens: eine Raumtemperatur um 16 bis 18 °C und kein Überwärmen.

Viertens: rauchfreie Umgebung. Fünftens: das eigene Bett im Elternschlafzimmer für die ersten Monate – also genau das, was ein Beistellbett ermöglicht. Diese Empfehlungen beruhen auf umfangreichen Beobachtungsdaten zur Prävention des plötzlichen Kindstods. Sie sind keine Garantie, aber sie senken das Risiko messbar.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine bestimmte Schlafsituation sicher ist, besprechen Sie das mit Ihrer Kinderärztin oder der Mütter- und Väterberatung. Weitere praktische Hinweise zum Alltag finden Sie unter Schlafen mit Neugeborenem.

Häufige Fehler bei Reise- und Beistellbetten

Fehler 1: Eine dickere Matratze nachrüsten. Viele Eltern empfinden die mitgelieferte Einlage als zu hart und legen eine weichere oder höhere dazu. Beides reduziert die Sicherheit: weicher erhöht das Einsinkrisiko, höher verringert den Abstand zur Oberkante.

Fehler 2: Eine Decke unter das Kind legen. Zusätzliche Lagen zwischen Kind und Matratze können verrutschen und Falten bilden. Wenn die Matratze zu kalt wirkt, hilft ein wärmerer Schlafsack, nicht eine Unterlage.

Fehler 3: Das Reisebett als Dauerbett nutzen. Über Wochen oder Monate ist die dünne Einlage keine ausreichende Schlafunterlage. Für den Alltag zu Hause gehört ein richtiges Kinderbett mit 8 bis 12 cm hoher Matratze.

Fehler 4: Das Beistellbett zu lange nutzen. Sobald sich das Kind selbstständig aufsetzt oder dreht, wird die offene Seite zur Gefahrenquelle. Dann ist der Wechsel ins geschlossene Gitterbett fällig.

Fehler 5: Den Aufbau nicht kontrollieren. Reisebetten müssen hörbar einrasten. Ein nicht vollständig verriegelter Rahmen kann kollabieren. Prüfen Sie nach jedem Aufbau alle Verriegelungen mit leichtem Druck von oben.

Ruhiges Schlafzimmer mit Babybett neben dem Elternbett
Nähe ohne gemeinsames Bett: das Prinzip des Beistellbetts.

Praxis: das Reisebett unterwegs gut nutzen

Vor der Abreise testen. Bauen Sie das Bett zu Hause einmal komplett auf und lassen Sie Ihr Kind ein bis zwei Mittagsschläfchen darin machen. Ein völlig fremdes Bett am ersten Ferienabend ist für viele Kinder ein Einschlafhindernis.

Vertrautes mitnehmen. Das gewohnte Spannbetttuch und der gewohnte Schlafsack sorgen für bekannten Geruch und bekanntes Gefühl. Das wirkt oft stärker als jede Einschlafhilfe.

Standort prüfen. Nicht direkt neben Heizkörper, Fenster oder Vorhänge stellen. Schnüre und Kordeln gehören ausserhalb der Reichweite. Achten Sie auf gleichmässige Temperatur – Ferienwohnungen kühlen nachts oft stark aus.

Verdunkeln. Im Sommer wird es spät dunkel und früh hell. Ein mobiles Verdunkelungsrollo oder schlicht ein dunkles Tuch am Fenster erleichtert das Einschlafen erheblich – siehe Schlafzimmer verdunkeln.

Rhythmus halten. Ferien verführen zu späteren Schlafenszeiten. Ein bis zwei Stunden Abweichung stecken die meisten Kinder weg, mehr führt oft zu Übermüdung und schlechterem Schlaf. Orientierung bietet unser Beitrag zu Schlafenszeiten für Kinder.

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Häufige Fragen zu Reisebett und Beistellbett

Welche Grösse hat eine Reisebett-Matratze?

Das gängigste Mass ist 60 × 120 cm, manche Kompaktmodelle messen 70 × 100 cm. Entscheidend ist, dass die Matratze exakt zum jeweiligen Bett passt – zwischen Matratze und Rahmen darf kein Spalt bleiben, in dem sich das Kind einklemmen könnte.

Wie fest muss eine Babymatratze sein?

Sehr fest. Wenn Sie mit der flachen Hand kräftig in die Mitte drücken, sollte die Matratze kaum nachgeben und sofort in die Ausgangsform zurückkehren. Weiche Unterlagen erhöhen das Risiko, dass das Gesicht einsinkt und die Atemluft nicht ausreichend zirkuliert.

Wie lange kann ein Baby im Beistellbett schlafen?

Als Richtwert gelten die ersten sechs Monate. Spätestens wenn sich das Kind selbstständig aufsetzen oder hochziehen kann, wird die offene Seite zum Elternbett zum Risiko und der Wechsel in ein geschlossenes Gitterbett ist fällig.

Darf ich die Reisebett-Matratze gegen eine dickere tauschen?

Davon ist abzuraten. Eine höhere Matratze verringert den Abstand zur Oberkante der Seitenwände, eine weichere erhöht das Einsinkrisiko. Verwenden Sie die vom Hersteller für das jeweilige Bett vorgesehene Matratze.

Braucht mein Baby im Reisebett ein Duvet?

Nein. Im ersten Lebensjahr gehören weder Duvet noch Kissen noch Nestchen ins Bett. Stattdessen wird ein passender Schlafsack verwendet, der weder über den Kopf rutschen noch die Beinbewegung einschränken kann.

Eignet sich ein Reisebett als dauerhaftes Kinderbett?

Nur eingeschränkt. Die mitgelieferte Einlage ist mit 4 bis 6 cm deutlich dünner als eine richtige Kindermatratze mit 8 bis 12 cm. Für gelegentliche Nächte und Ferien ist das unproblematisch, für den täglichen Gebrauch über Monate nicht empfehlenswert.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.

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Nachttisch mit Wasserglas im Morgenlicht neben dem Bett
Zwei einzelne Matratzen nebeneinander im Doppelbett mit sichtbarer Ritze

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