Der Karton steht im Flur, kompakt und überraschend schwer. Darin steckt eine vollwertige Matratze, zusammengepresst auf etwa ein Drittel ihres Volumens. Die meisten Menschen packen so ein Paket genau einmal in sieben bis zehn Jahren aus – und machen dabei fast immer dieselben drei Fehler: Sie öffnen die Folie am falschen Ort, sie schneiden zu tief, und sie beziehen die Matratze zu früh. Keiner davon ist dramatisch, aber jeder kostet entweder Komfort in den ersten Nächten oder hinterlässt eine beschädigte Bezugsnaht. Dabei ist der Vorgang mit der richtigen Reihenfolge in zehn Minuten erledigt. Diese Anleitung führt Sie durch alle Schritte – vom Transport ins Zimmer bis zur ersten Nacht.
Die kurze Antwort: Tragen Sie die noch verpackte Matratze zuerst in den Raum, in dem sie liegen soll – danach lässt sie sich kaum noch bewegen. Legen Sie das Paket direkt auf den Lattenrost, entfernen Sie den Karton, rollen Sie die Matratze aus und schneiden Sie erst dann die Vakuumfolie vorsichtig an der Oberseite ein. Sie hören, wie Luft einströmt, und die Matratze dehnt sich innerhalb von Minuten sichtbar aus. Die volle Kernhöhe wird nach 24 bis 72 Stunden erreicht. Lüften Sie den Raum in dieser Zeit mehrmals täglich und beziehen Sie die Matratze erst danach.
- Erst in den Zielraum tragen, dann auspacken – nie umgekehrt.
- Folie nur an der Oberseite und flach einschneiden, nie mit dem Cuttermesser tief.
- Volle Höhe nach 24–72 Stunden, bei Kälte länger.
- 48–72 Stunden unbezogen lüften lässt den Neugeruch verfliegen.
- Bei mehr als 1 cm fehlender Höhe nach 72 Stunden den Anbieter kontaktieren.
Vorbereitung: was Sie brauchen
Die Ausrüstung ist überschaubar: eine stumpfe Haushaltsschere, ein Massband und idealerweise eine zweite Person. Ein Cuttermesser sollten Sie bewusst weglassen – es ist der häufigste Grund für eingeschnittene Bezüge, weil sich die Schnitttiefe unter Spannung schlecht kontrollieren lässt. Prüfen Sie ausserdem vorab drei Dinge. Erstens die Raumtemperatur: Bei unter 18 Grad reagiert Schaum träge und dehnt sich langsamer aus. Wurde die Matratze im Winter geliefert, lassen Sie den Karton zuerst vier bis sechs Stunden im beheizten Raum stehen. Zweitens den Unterbau: Der Lattenrost sollte höchstens 4 cm Lattenabstand haben und keine durchhängenden oder gebrochenen Latten aufweisen – mehr dazu unter Lattenrost und Matratze. Drittens den Platz: Sie brauchen rund um das Bett etwa 60 cm Bewegungsfreiheit. Halten Sie ausserdem eine grosse Mülltasche bereit – Karton und Folie nehmen ausgerollt überraschend viel Raum ein.
Die Anleitung in sieben Schritten
Schritt 1: Tragen Sie den verschlossenen Karton in den Raum, in dem die Matratze liegen soll. Eine ausgedehnte Matratze in 160 x 200 cm ist deutlich schwerer zu manövrieren als das kompakte Paket. Schritt 2: Öffnen Sie den Karton an der Oberseite und ziehen Sie die gerollte Matratze heraus. Sie ist noch in einer äusseren Transportfolie, die Sie jetzt entfernen können – die innere, luftdichte Vakuumfolie bleibt vorerst geschlossen. Schritt 3: Legen Sie die Rolle mittig auf den Lattenrost und richten Sie sie so aus, dass das Kopfende zur richtigen Seite zeigt. Schritt 4: Rollen Sie die Matratze aus. Sie liegt jetzt flach, aber noch komprimiert, auf der Liegefläche. Schritt 5: Schneiden Sie die Vakuumfolie mit der stumpfen Schere flach an der Oberseite ein, beginnend in der Mitte. Sie hören das Einströmen der Luft, und die Matratze beginnt sich sichtbar zu heben. Schritt 6: Ziehen Sie die Folie vollständig ab und entsorgen Sie sie. Schritt 7: Öffnen Sie das Fenster und lassen Sie die Matratze unbezogen liegen.

Was danach passiert: der Zeitplan
| Zeitpunkt | Was geschieht | Was Sie tun sollten |
|---|---|---|
| 0–10 Minuten | Grösster Teil der Ausdehnung | Fenster öffnen, Matratze unberührt lassen |
| 1–4 Stunden | Kern erreicht 90–95 % der Höhe | Weiter lüften, nicht beziehen |
| 24 Stunden | Meist voll ausgedehnt | Höhe mit Massband prüfen |
| 48–72 Stunden | Neugeruch weitgehend verflogen | Beziehen und erste Nacht |
| 14–30 Nächte | Muskulatur gewöhnt sich an | Noch nicht abschliessend urteilen |
Bleibt die Matratze nach 72 Stunden mehr als etwa 1 cm unter der angegebenen Gesamthöhe, kontaktieren Sie den Anbieter. Das kann auf eine zu lange Lagerung im komprimierten Zustand hindeuten.
Häufige Fehler beim Auspacken
Im Wohnzimmer auspacken und dann tragen. Eine vollständig ausgedehnte Matratze in 180 x 200 cm lässt sich kaum noch durch Türrahmen und Treppenhäuser bewegen – genau der Vorteil der Rollverpackung geht damit verloren. Mit dem Cuttermesser tief einschneiden. Zwischen Folie und Bezug liegt nur wenig Spielraum. Ein Schnitt in die Steppnaht lässt sich kaum reparieren. Die Matratze zum Ausdehnen an die Wand stellen. Sie soll flach liegen, damit sich der Kern gleichmässig ausdehnt. Sofort mit Spannbettlaken und Encasing beziehen. Beides behindert den Abtransport von Restfeuchte und Produktionsgerüchen; warten Sie mindestens 24, besser 48 Stunden. Bei Geruch mit Duftspray arbeiten. Das überdeckt nur; wirksam ist Lüften – mehr dazu unter Matratzengeruch entfernen. Nach zwei Nächten ein Urteil fällen. Der Körper braucht 14 bis 30 Nächte, bis sich die Muskulatur an eine neue Unterlage gewöhnt hat, siehe Eingewöhnungsphase. Die alte Matratze voreilig entsorgen. Warten Sie, bis die neue vollständig ausgedehnt und geprüft ist – Hinweise zur Entsorgung finden Sie unter Matratze entsorgen.
Der Neugeruch: was dahintersteckt
Fast jede frisch ausgepackte Schaummatratze riecht in den ersten Tagen leicht chemisch. Ursache sind flüchtige organische Verbindungen, die während der Produktion entstehen und in der luftdichten Verpackung nicht entweichen konnten. Sobald die Folie geöffnet ist, beginnt das Ausgasen. Bei gut gelüftetem Raum ist der Geruch üblicherweise nach 48 bis 72 Stunden nicht mehr wahrnehmbar; in Einzelfällen dauert es bis zu einer Woche. Beschleunigen lässt sich der Vorgang durch mehrmaliges Querlüften pro Tag – 5 bis 10 Minuten mit gegenüberliegenden Fenstern tauschen die Raumluft vollständig aus und wirken besser als ein dauerhaft gekipptes Fenster. Eine erhöhte Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad hilft ebenfalls, weil flüchtige Stoffe schneller entweichen. Was Sie nicht tun sollten: die Matratze in die pralle Sonne stellen – UV-Strahlung kann Schäume und Bezüge schädigen. Bei sehr empfindlichen Personen, Allergikern oder in Kinderzimmern kann es sinnvoll sein, die Matratze in einem separaten Raum eine Woche auslüften zu lassen. Wer beim Kauf auf geprüfte Materialien achtet, reduziert das Thema ohnehin – siehe OEKO-TEX und Schadstoffe in Matratzen.

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Häufige Fragen zum Auspacken einer Matratze
Wo soll ich eine vakuumverpackte Matratze auspacken?
Immer in dem Raum, in dem sie liegen soll, und idealerweise direkt auf dem Lattenrost. Nach dem Öffnen dehnt sie sich innerhalb von Minuten aus und lässt sich dann kaum noch durch Türen oder Treppenhäuser bewegen.
Womit schneide ich die Folie am besten auf?
Verwenden Sie eine stumpfe Haushaltsschere und schneiden Sie flach an der Oberseite ein. Ein Cuttermesser ist der häufigste Grund für beschädigte Bezüge, weil sich die Schnitttiefe unter Spannung schwer kontrollieren lässt.
Wie lange muss eine Matratze nach dem Auspacken lüften?
Rechnen Sie mit 48 bis 72 Stunden unbezogen, bei mehrmaligem Querlüften pro Tag. In dieser Zeit entweichen Restfeuchte und Produktionsgerüche. In Einzelfällen kann es bis zu einer Woche dauern.
Was tun, wenn die Matratze nicht ihre volle Höhe erreicht?
Warten Sie zunächst 72 Stunden und prüfen Sie die Raumtemperatur – unter 18 Grad dehnt sich Schaum langsamer aus. Fehlen danach mehr als etwa 1 cm zur angegebenen Gesamthöhe, kontaktieren Sie den Anbieter.
Kann ich in der ersten Nacht schon auf der neuen Matratze schlafen?
Technisch ist das nach etwa 24 Stunden meist möglich, empfehlenswert sind jedoch 48 Stunden. So kann sich der Kern vollständig ausdehnen und der Neugeruch weitgehend verfliegen, bevor Sie die Matratze beziehen.
Darf ich die Matratze zum Ausdehnen an die Wand lehnen?
Nein. Die Matratze sollte flach auf dem Lattenrost liegen, damit sich der Kern gleichmässig ausdehnt. Aufrecht stehend kann sich das Material ungleichmässig entfalten.










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