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Klappmatratze und Faltmatratze: Für wen lohnt sich das?

Dreiteilige Klappmatratze mit Leinenbezug auf Holzboden

Eine Klappmatratze verspricht viel: Sie lässt sich auf ein Drittel ihrer Länge falten, verschwindet im Schrank oder unter dem Bett, dient tagsüber als Sitzwürfel und nachts als Gästebett. In kleinen Schweizer Wohnungen, im Kinderzimmer oder im Wohnmobil ist sie deshalb beliebt. Gleichzeitig hat sie einen Ruf als dünne, harte Notlösung, auf der niemand freiwillig zwei Nächte hintereinander schläft. Beides stimmt – je nachdem, welches Modell Sie kaufen und wofür Sie es einsetzen. Zwischen einer 5 cm dünnen Faltmatratze für 40 Franken und einem 12 cm dicken Modell mit hochwertigem Kaltschaum liegen Welten. In diesem Ratgeber erklären wir, wie eine Klappmatratze aufgebaut ist, welche Masse und Materialien sinnvoll sind, für wen sie sich wirklich lohnt und wo ihre Grenzen liegen.

Die kurze Antwort: Eine Klappmatratze lohnt sich für Gäste, Kinder, Camping und Übernachtungen von wenigen Tagen – wenn sie mindestens 8 bis 10 cm dick ist und aus Schaum mit einem Raumgewicht ab 30 kg/m³ besteht. Für den täglichen Schlaf über Monate ist sie nicht gedacht: Die Faltstellen und die begrenzte Höhe führen bei Erwachsenen früher oder später zu Druckstellen und Rückenbeschwerden. Als Zweitmatratze ist sie praktisch, als Hauptmatratze keine gute Idee.

Das Wichtigste in Kürze
  • Klappmatratzen gibt es meist 3-teilig in 5 bis 12 cm Höhe; für Erwachsene sind 8 bis 10 cm das Minimum.
  • Entscheidend ist das Raumgewicht des Schaums: unter 25 kg/m³ bilden sich schnell Kuhlen, ab 30 kg/m³ ist die Matratze brauchbar.
  • Die Faltstellen liegen bei 3-teiligen Modellen etwa auf Höhe von Schultern und Knien – deshalb liegen sie sich besser als 2-teilige.
  • Typische Einsatzgebiete: Gästebett, Kinderzimmer, Camping, Wohnmobil, Yoga und Spielmatte.
  • Für mehr als 2 bis 3 Nächte am Stück ist eine vollwertige Matratze auch für Gäste die bessere Wahl.

Wie eine Klappmatratze aufgebaut ist

Die klassische Klappmatratze besteht aus drei gleich grossen Schaumblöcken, die durch den Bezug miteinander verbunden sind. Bei einer Länge von 195 bis 200 cm ist jedes Segment rund 65 cm lang, gefaltet ergibt sich ein Würfel von etwa 65 × 80 × 30 cm, der als Hocker dient. Zweiteilige Modelle falten sich nur einmal, sind damit flacher zusammengelegt (rund 100 cm lang), haben aber den Falz genau in der Mitte – dort, wo beim Liegen das Becken liegt. Das ist der Grund, weshalb dreiteilige Klappmatratzen im Liegen deutlich angenehmer sind: Ihre Faltstellen liegen ungefähr auf Schulter- und Kniehöhe, wo weniger Gewicht wirkt.

Als Kern kommt fast immer Polyurethan-Schaum zum Einsatz, seltener Kaltschaum oder ein Sandwich aus Basisschaum mit einer dünnen Komfortschicht. Der Bezug ist meist ein Baumwoll- oder Mikrofasergewebe mit Reissverschluss, teilweise mit Tragegriff. Weil die Segmente frei beweglich sein müssen, gibt es keinen durchgehenden Kern, keine Zonen und keine Federung. Die Liegeeigenschaften hängen deshalb nur von zwei Faktoren ab: der Höhe und der Schaumqualität. Wie Schaum in Matratzen generell funktioniert, erklären wir im Beitrag Schaummatratze.

Höhe und Raumgewicht: die zwei entscheidenden Zahlen

Die Höhe bestimmt, wie weit Sie einsinken können, bevor Sie den Boden spüren. Bei 5 cm drückt eine erwachsene Person mit 75 kg an Hüfte und Schulter spürbar durch, bei 8 cm ist das für eine Nacht in Ordnung, bei 10 bis 12 cm auch für mehrere Nächte. Für Kinder bis etwa 30 kg reichen 5 bis 6 cm aus, weil ihr Gewicht sich auf weniger Fläche konzentriert und sie weniger tief einsinken.

Das Raumgewicht (RG) gibt an, wie viel Kilogramm Schaum in einem Kubikmeter stecken. Es ist der beste Indikator für Haltbarkeit: Schaum mit RG 18 bis 22 kg/m³, wie er in vielen Billig-Klappmatratzen steckt, verliert schon nach 20 bis 30 Nächten spürbar an Spannkraft. Ab RG 30 kg/m³ ist der Schaum solide, ab RG 35 bis 40 kg/m³ hochwertig. Was das im Detail bedeutet, lesen Sie in unserem Beitrag zu Kaltschaum und Raumgewicht. Der Haken: Viele Händler geben das RG bei Klappmatratzen gar nicht an. Ein grober Test im Laden: Drücken Sie mit der Handfläche 5 cm tief in den Schaum und lassen Sie los. Kehrt die Oberfläche in unter einer Sekunde zurück, ist der Schaum brauchbar; bleibt eine Delle, ist er zu leicht.

Einsatzzweck Empfohlene Höhe Raumgewicht Max. Dauer am Stück
Spiel- und Yogamatte 4–6 cm ab 22 kg/m³
Kinder-Übernachtung 5–7 cm ab 25 kg/m³ 1 Woche
Gästebett Erwachsene 8–10 cm ab 30 kg/m³ 2–3 Nächte
Camping / Wohnmobil 10–12 cm ab 35 kg/m³ 1–2 Wochen
Täglicher Schlaf nicht empfohlen
Dreiteilige Klappmatratze mit Leinenbezug auf Holzboden
Dreiteilige Klappmatratzen haben ihre Faltstellen auf Schulter- und Kniehöhe – deutlich angenehmer als ein Falz unter dem Becken.

Für wen sich eine Klappmatratze wirklich lohnt

Der klassische Fall ist das Gästebett in einer Wohnung ohne Gästezimmer. Eine 10 cm dicke Klappmatratze in 80 × 200 cm wiegt 4 bis 6 kg, lässt sich in Sekunden ausrollen und nimmt zusammengefaltet weniger Platz ein als ein Koffer. Für zwei bis drei Nächte ist das für die meisten Gäste absolut angenehm – vor allem, wenn ein dünnes Spannbettlaken und eine ordentliche Decke dazukommen. Welche Alternativen es gibt, vergleichen wir im Beitrag Gästematratze: die besten Lösungen.

Der zweite Fall sind Kinder: Als Spielmatte, für Übernachtungsbesuch von Freunden oder als Zwischenlösung nach dem Umzug aus dem Gitterbett ist die Klappmatratze ideal, weil Kinder leicht sind und der Boden ohnehin ihre natürliche Spielzone ist. Der dritte Fall ist das Wohnmobil oder Zelt, wo eine faltbare Unterlage mit 10 bis 12 cm Höhe und gutem Schaum eine Luftmatratze in Komfort und Isolation klar schlägt – mehr dazu im Beitrag Matratze fürs Wohnmobil und Camping. Der vierte Fall ist die Ferienwohnung oder das Studio, in dem gelegentlich eine zusätzliche Schlafmöglichkeit gebraucht wird, ohne dass ein ganzes Bett Platz wegnimmt.

Wo die Klappmatratze an ihre Grenzen stösst

Die Grenze ist der Dauerschlaf. Eine Klappmatratze hat keinen tragenden Kern, der über 200 cm Länge das Gewicht verteilt. Stattdessen tragen drei einzelne Blöcke, die an den Faltstellen nachgeben. Bei einer erwachsenen Person mit 70 bis 90 kg sinkt das Becken auf Dauer tiefer ein als Schultern und Beine, die Wirbelsäule gerät in eine leichte Hohlkreuzstellung, und die Muskulatur arbeitet die ganze Nacht dagegen an. Nach ein bis zwei Wochen zeigen sich typische Symptome: morgendliche Steifigkeit im unteren Rücken, eingeschlafene Arme in der Seitenlage und ein Gefühl, nicht richtig erholt zu sein.

Dazu kommt das Klima: Auf dem Boden ist die Luft 1 bis 3 °C kühler als auf Betthöhe, und unter einer Matratze ohne Unterlüftung sammelt sich Feuchtigkeit. Wer die Klappmatratze nach jeder Nacht liegen lässt, riskiert nach einigen Wochen Stockflecken auf der Unterseite, besonders auf Parkett oder Laminat. Was beim Schlafen auf einer Matratze am Boden generell zu beachten ist, haben wir separat zusammengefasst. Kurz gesagt: Als Zweitmatratze für wenige Nächte ist die Klappmatratze eine gute Erfindung, als Ersatz für ein Bett ist sie es nicht.

Praxis: Klappmatratze richtig nutzen und pflegen

Damit die Klappmatratze lange hält und angenehm bleibt, helfen ein paar einfache Regeln. Stellen Sie die Matratze nach jeder Nacht hochkant oder falten Sie sie zusammen und lagern Sie sie an einem trockenen Ort – nicht im feuchten Keller. Legen Sie beim Gebrauch eine dünne Unterlage darunter, etwa eine Wolldecke oder eine Lattenrost-Auflage, das isoliert gegen Bodenkälte und lässt Luft zirkulieren. Verwenden Sie immer ein Spannbettlaken oder einen waschbaren Bezug, denn der Kern selbst lässt sich nicht reinigen. Drehen Sie die Matratze bei jedem Einsatz um 180 Grad und wenden Sie sie alle paar Wochen, damit alle Segmente gleichmässig belastet werden.

Neue Klappmatratzen aus Schaum riechen in den ersten Tagen oft leicht chemisch – das sind Restgase aus der Produktion, die nach 2 bis 5 Tagen Lüften verschwunden sind. Legen Sie die Matratze dazu ausgeklappt in einen gut belüfteten Raum. Und prüfen Sie beim Kauf, ob der Bezug abnehmbar und bei mindestens 40 °C waschbar ist; bei Gästematratzen ist das ein echter Hygienevorteil. Wer die Matratze zusammengefaltet als Hocker nutzt, sollte das Gewicht im Auge behalten: Dauerhaftes Sitzen auf demselben Segment drückt es schneller durch als eine Nacht Liegen.

Mythen im Faktencheck

«Eine Klappmatratze ist genauso gut wie eine dünne normale Matratze.» Das stimmt nur bei gleicher Höhe und gleichem Raumgewicht – und selbst dann bleiben die Faltstellen als Schwachpunkt. Eine durchgehende 10 cm Matratze liegt sich immer gleichmässiger als eine dreigeteilte. «Je härter, desto besser für den Rücken.» Auch das ist ein Irrtum, der uns von überholten Härtegraden bekannt ist: Eine zu harte Klappmatratze verteilt den Druck schlechter und lässt Schulter und Hüfte nicht einsinken, was in der Seitenlage zu Taubheitsgefühlen führt. «Für Kinder ist jede Klappmatratze geeignet.» Für Kleinkinder unter zwei Jahren gilt: keine weichen, nachgiebigen Unterlagen ohne Aufsicht, und keine Faltstellen, in denen sich der Kopf verfangen kann. Ab dem Kindergartenalter ist eine feste Klappmatratze hingegen unproblematisch.

Gästezimmer mit zusammengeklappter Matratze an der Wand
Hochkant gelagert trocknet die Klappmatratze und bleibt über Jahre einsatzbereit.

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Häufige Fragen zur Klappmatratze

Wie dick sollte eine Klappmatratze für Erwachsene sein?

Mindestens 8 cm, besser 10 bis 12 cm. Bei dünneren Modellen drückt das Becken bei 70 bis 90 kg Körpergewicht bis zum Boden durch, was zu Druckstellen und Verspannungen führt.

Kann man dauerhaft auf einer Klappmatratze schlafen?

Nicht empfehlenswert. Die Faltstellen und die begrenzte Höhe führen bei Erwachsenen nach ein bis zwei Wochen zu Rückenbeschwerden. Als Gäste- oder Reisematratze für wenige Nächte ist sie hingegen gut geeignet.

Ist eine 2-teilige oder 3-teilige Klappmatratze besser?

Die 3-teilige liegt sich besser, weil ihre Faltstellen auf Schulter- und Kniehöhe liegen. Bei der 2-teiligen sitzt der Falz genau unter dem Becken, wo das meiste Gewicht wirkt.

Welches Raumgewicht sollte der Schaum haben?

Mindestens 30 kg/m³ für Erwachsene, ab 35 kg/m³ ist der Schaum langlebig. Billigmodelle mit 18 bis 22 kg/m³ bilden schon nach 20 bis 30 Nächten spürbare Kuhlen.

Wie lagert man eine Klappmatratze richtig?

Zusammengefaltet oder hochkant an einem trockenen Ort, nicht im feuchten Keller. Nach jeder Nutzung sollte sie einige Stunden ausgeklappt lüften, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Eignet sich eine Klappmatratze für Kinder?

Ab dem Kindergartenalter ja, als Spielmatte oder für Übernachtungsbesuch reichen 5 bis 7 cm Höhe. Für Kleinkinder unter zwei Jahren sind weiche, nachgiebige Unterlagen ohne Aufsicht nicht geeignet.

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