Hochbetten und Etagenbetten sind die Raumwunder des Kinderzimmers: Sie schaffen Platz für Geschwister, Spielflächen oder den Schreibtisch – und üben auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Doch ausgerechnet bei der Matratze passieren hier die meisten Fehler, und die haben es in sich: Eine zu hohe Matratze macht die Absturzsicherung wirkungslos, eine zu weiche wird auf dem oberen Bett zur Kletterfalle, und eine falsch dimensionierte klemmt oder lässt gefährliche Spalten offen. Anders als beim normalen Bett ist die Matratzenwahl im Hochbett also nicht nur eine Komfortfrage, sondern eine Sicherheitsfrage. In diesem Ratgeber erklären wir, welche Höhe die Matratze im oberen Bett maximal haben darf, ab welchem Alter Kinder oben schlafen sollten, worauf es bei Belüftung und Passform ankommt – und wie Sie das Etagenbett so einrichten, dass es sicher und gemütlich zugleich wird.
Die kurze Antwort: Für das obere Bett gilt: Die Absturzsicherung muss die Matratzenoberfläche um mindestens 16 cm überragen – bei üblichen Geländerhöhen bedeutet das eine maximale Matratzenhöhe von 16 bis 18 cm; die meisten Hersteller markieren die Maximallinie am Rahmen. Wählen Sie oben eine eher flache, formstabile Matratze mit passgenauen Massen (maximal 2–3 cm Spalt zum Rahmen) und einem Raumgewicht ab RG 35, damit sie auch beim Sitzen und Klettern stabil bleibt. Oben schlafen sollten Kinder gemäss Norm und Fachempfehlungen erst ab 6 Jahren. Im unteren Bett dürfen Matratzen höher und komfortabler ausfallen – dort zählt vor allem gute Belüftung.
- Sicherheitsregel Nummer 1: mindestens 16 cm Geländerhöhe über der Matratzenoberfläche – daraus ergibt sich die maximale Matratzenhöhe (meist 16–18 cm).
- Kinder unter 6 Jahren gehören nicht ins obere Bett – weder zum Schlafen noch zum Spielen.
- Die Matratze muss passgenau sein: maximal 2–3 cm Spalt zum Rahmen, sonst drohen Klemmstellen.
- Oben braucht es eine formstabile, eher feste Matratze (ab RG 35), unten darf es komfortabler sein.
- Belüftung nicht vergessen: Rolllattenrost statt Holzplatte und regelmässiges Aufdecken beugen Feuchtigkeit vor.
Warum die Matratzenhöhe im Hochbett sicherheitsrelevant ist
Die europäische Norm EN 747 für Hoch- und Etagenbetten schreibt vor, dass die Absturzsicherung die Oberkante der Matratze um mindestens 16 cm überragen muss. Der Grund ist einfach: Ein schlafendes Kind rollt sich über jede Kante, die niedriger ist als sein Körperschwerpunkt im Liegen. Steigt die Matratzenhöhe, sinkt die wirksame Geländerhöhe – eine 25 cm dicke Komfortmatratze in einem Bett mit 35 cm Geländer lässt nur noch 10 cm Schutz übrig und macht die Sicherung faktisch wirkungslos. Deshalb markieren seriöse Hersteller die maximale Matratzenhöhe mit einer Linie am Rahmen; fehlt sie, messen Sie selbst: Geländeroberkante minus 16 cm ergibt die erlaubte Matratzenhöhe. Berücksichtigen Sie dabei auch Topper oder dicke Auflagen – sie zählen zur Gesamthöhe. Zusätzlich verlangt die Norm, dass Öffnungen im Geländer so dimensioniert sind, dass kein Kinderkopf eingeklemmt werden kann, und dass der Einstieg klar definiert ist. Beim Kauf gilt: Nur Betten mit EN-747-Kennzeichnung wählen und die Aufbauanleitung exakt befolgen – selbst konstruierte Erhöhungen oder weggelassene Streben untergraben das Sicherheitskonzept.
Die richtige Matratze fürs obere Bett
Für die obere Ebene gelten vier Kriterien. Erstens die Höhe: 12 bis 16 cm sind ideal, bis 18 cm je nach Geländer zulässig – prüfen Sie die Markierung am Bett. Zweitens die Passform: Die Matratze muss das Bettinnenmass möglichst vollständig ausfüllen; Spalten über 2–3 cm zwischen Matratze und Rahmen sind Klemmfallen für Arme und Beine. Übliche Masse sind 90x200 cm, bei kompakten Kinderbetten auch 90x190 cm – messen Sie nach, statt zu schätzen. Drittens die Festigkeit: Oben wird nicht nur geschlafen, sondern gesessen, geklettert und getobt. Eine formstabile Matratze mit Raumgewicht ab RG 35 behält ihre Kante und gibt beim Knien am Rand nicht gefährlich nach; sehr weiche oder tief einsinkende Matratzen erschweren zudem kleinen Kindern das Drehen im Schlaf. Viertens das Gewicht: Fürs Beziehen in luftiger Höhe ist eine leichte Matratze von 8 bis 12 kg Gold wert – Sie werden es bei jedem Wäschewechsel schätzen. Was eine gute Kindermatratze generell ausmacht – von Schadstofffreiheit bis Trittfestigkeit –, vertieft der Kindermatratzen-Ratgeber.

Oberes und unteres Bett im Vergleich
Während oben die Sicherheit dominiert, darf unten der Komfort in den Vordergrund rücken – dort schläft oft das ältere Kind, ein Teenager oder im Gästefall auch ein Erwachsener. Die folgende Übersicht fasst die Empfehlungen zusammen:
| Kriterium | Oberes Bett | Unteres Bett |
|---|---|---|
| Matratzenhöhe | 12–16 cm (max. Markierung beachten) | 16–25 cm frei wählbar |
| Festigkeit | Formstabil, trittfeste Kante | Nach Liegegefühl und Körperbau |
| Gewicht | Leicht (8–12 kg) fürs Beziehen | Unkritisch |
| Belüftung | Gut (offene Umgebung) | Kritischer – Rost statt Platte, regelmässig lüften |
| Nutzeralter | Ab 6 Jahren | Jedes Alter |
Sicherheitsregeln nach Alter
Die wichtigste Regel zuerst: Kinder unter 6 Jahren gehören nicht ins obere Bett – das entspricht der Norm EN 747 und den Empfehlungen von Unfallpräventionsstellen. Jüngere Kinder können Höhe und Risiko motorisch und kognitiv noch nicht einschätzen; die meisten Hochbett-Unfälle passieren übrigens nicht im Schlaf, sondern beim Spielen und Klettern. Auch für ältere Kinder gelten Grundregeln: Die Leiter muss fest montiert, rutschfest und gut beleuchtet erreichbar sein – ein Nachtlicht am Einstieg hilft bei nächtlichen Toilettenwegen. Toben, Springen und Trampolin-Spiele auf der oberen Ebene sind tabu, ebenso Kordeln, Schnüre oder Lichterketten am Geländer, an denen sich ein Kind strangulieren könnte. Kontrollieren Sie halbjährlich alle Schraubverbindungen – Etagenbetten arbeiten unter der Doppellast zweier Kinder stärker als normale Betten. Unter dem Bett und daneben sollte der Boden frei von harten, kantigen Gegenständen sein; ein Teppich dämpft im Fall der Fälle. Für die Kleinsten gilt übrigens dasselbe Prinzip in anderer Form – wie sichere Schlafumgebungen für Babys aussehen, erklärt der Beitrag Babymatratze und Sicherheit.
Belüftung und Schlafklima im Etagenbett
Etagenbetten stellen ans Klima besondere Ansprüche – in beide Richtungen. Oben ist es wärmer: Warme Luft steigt auf, direkt unter der Zimmerdecke kann es im Sommer 2 bis 4 Grad wärmer sein als auf Bodenhöhe. Wählen Sie fürs obere Bett darum atmungsaktive Matratzen und leichte Duvets, und lüften Sie das Zimmer abends kräftig – die ideale Schlaftemperatur für Kinder liegt bei 16 bis 19 Grad. Unten lauert das umgekehrte Problem: Das untere Bett liegt im Schatten der oberen Ebene, die Luft zirkuliert schlechter, und wenn die obere Liegefläche eine geschlossene Platte ist, kann die Feuchtigkeit der unteren Matratze schlecht nach oben entweichen. Setzen Sie deshalb auf offene Lattenroste auf beiden Ebenen, schlagen Sie die Duvets morgens zurück und stellen Sie das untere Bett nicht zusätzlich mit Bettkasten-Schubladen voll. Ein Hygrometer im Kinderzimmer hilft, die Luftfeuchtigkeit im Zielbereich von 40 bis 60 Prozent zu halten. Grundsätzliches zur Luftzirkulation unter der Matratze finden Sie im Beitrag Belüftung der Matratze; Tipps gegen zu viel Morgenlicht im Kinderzimmer gibt der Ratgeber Kinderzimmer verdunkeln.
Häufige Fehler bei Hochbett und Etagenbett
Fehler eins: Die alte, dicke Erwachsenenmatratze nach oben legen. Damit schrumpft die wirksame Geländerhöhe unter das sichere Mass – die häufigste und gefährlichste Abweichung überhaupt. Fehler zwei: Matratze in falscher Grösse kaufen. Schon 5 cm Spalt zum Rahmen sind eine Klemmstelle; messen Sie das Innenmass des Betts vor dem Kauf. Fehler drei: Einen dicken Topper aufs obere Bett legen – er zählt zur Matratzenhöhe und hebelt die Absturzsicherung genauso aus. Fehler vier: Das Bett frei in den Raum stellen. Mindestens eine Längsseite gehört an die Wand, und über der oberen Liegefläche braucht es 75 bis 90 cm Kopffreiheit bis zur Decke, damit sich niemand beim Aufsetzen stösst. Fehler fünf: Deckenlampen oder Ventilatoren in Reichweite der oberen Ebene montieren. Fehler sechs: Die Leiter als Handtuchhalter oder Kleiderablage nutzen – blockierte Sprossen sind nächtliche Stolperfallen. Fehler sieben: Nach dem Umbau des Betts (etwa vom Etagen- zum Einzelbett) übrig gebliebene Teile ignorieren – fehlende Streben schwächen die Konstruktion. Und Fehler acht: das Alter beschleunigen. Auch wenn das kleine Geschwister drängelt – vor dem 6. Geburtstag bleibt oben tabu.
Praxis: das Etagenbett in 6 Schritten sicher einrichten
Schritt 1: Innenmasse beider Ebenen messen (Länge, Breite, maximale Matratzenhöhe laut Markierung) und notieren. Schritt 2: Matratzen passend kaufen – oben flach, formstabil und leicht, unten nach Komfortwünschen; auf Schadstoffprüfung nach OEKO-TEX Standard 100 achten. Schritt 3: Bett nach Anleitung montieren, alle Schrauben mit Gefühl festziehen und das Bett mit einer Längsseite zur Wand stellen. Schritt 4: Sicherheits-Check: Geländerüberstand über der Matratze messen (mindestens 16 cm), Spaltenkontrolle rundherum, Leiter auf festen Sitz prüfen. Schritt 5: Ausstattung ergänzen – Nachtlicht am Einstieg, Teppich als Fallschutz, keine Kordeln oder Lichterketten am Geländer, Bettzeug in kindgerechter Grösse. Schritt 6: Regeln vereinbaren und vorleben: oben wird geschlafen und gelesen, nicht gesprungen; nachts bleibt die Leiter frei. Wiederholen Sie den Schrauben-Check alle sechs Monate und den Geländer-Check bei jedem Matratzen- oder Topperwechsel. Für schmale Kinderzimmer finden Sie weitere Platzideen im Beitrag Kleines Schlafzimmer optimal nutzen.

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Häufige Fragen zur Hochbett-Matratze
Wie hoch darf die Matratze im Hochbett maximal sein?
Die Absturzsicherung muss die Matratzenoberfläche um mindestens 16 cm überragen – bei üblichen Geländerhöhen ergibt das eine maximale Matratzenhöhe von 16 bis 18 cm. Viele Betten haben eine Markierungslinie am Rahmen, die Sie nicht überschreiten sollten.
Ab welchem Alter dürfen Kinder oben im Etagenbett schlafen?
Gemäss Norm EN 747 und den Empfehlungen von Unfallpräventionsstellen frühestens ab 6 Jahren. Jüngere Kinder können Höhe und Risiko noch nicht einschätzen – das gilt auch fürs Spielen auf der oberen Ebene.
Welche Matratze eignet sich fürs obere Bett?
Eine flache (12–16 cm), formstabile und leichte Matratze mit Raumgewicht ab RG 35 und passgenauen Massen. Sie muss auch beim Sitzen und Klettern am Rand stabil bleiben und darf maximal 2 bis 3 cm Spalt zum Rahmen lassen.
Darf ich einen Topper auf die Hochbett-Matratze legen?
Nur wenn Matratze plus Topper zusammen unter der markierten Maximalhöhe bleiben – der Topper zählt zur Gesamthöhe. Im Zweifel gilt: oben auf den Topper verzichten und den Komfort über die Matratze selbst lösen.
Wie viel Gewicht trägt ein Hochbett oben?
Das legt der Hersteller fest – übliche Freigaben liegen bei 70 bis 100 kg für Kinder- und Jugendbetten, bei Erwachsenen-Hochbetten höher. Prüfen Sie die Angabe in der Anleitung und rechnen Sie Matratze und Bettzeug mit ein.
Was tun gegen Hitze im oberen Etagenbett?
Abends quer lüften, leichte Sommerduvets und atmungsaktive Matratzen verwenden und tagsüber die Storen unten halten – unter der Decke ist es oft 2 bis 4 Grad wärmer als am Boden. Ein Ventilator gehört dabei ausser Reichweite des Betts.











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